Ein so bekannter Kuchen muss natürlich auch seine Geschichte haben. Aber wer hat dieses Erfolgsrezept wirklich erfunden?
Die Wurzeln liegen bei der Familie Souza Leão im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco. Um 1700, als der Zuckerrohranbau seinen Höhepunkt erreichte, besaß die Familie Souza Leão große Ländereien
und Zuckerfabriken. Die Familie gab dem Kuchen seinen Namen.
"Der König der Kuchen", wie er heute genannt wird, ist überall zu kaufen: in Bäckereien, Supermärkten und Konditoreien.
„Das ist der leckerste Kuchen in Recife“, behauptet die Geschäftsfrau Teresa Figueiredo über diese regionale Spezialität.
Er gleicht einem Pudding, fügt Priscilla Maria da Costa hinzu. Auch sie gerät ins Schwärmen über diesen besonderen Kuchen. „Ich liebe diesen Kuchen“, erklärt sie voller Begeisterung.
Eine Geschichte erzählt, dass Frau Rita de Cássia Souza Leão den Kuchen in der Zuckermühle von São Bartolomeu in Jaboatão dos Guararapes erfand. Sie beabsichtigte, die importierten Zutaten aus Portugal durch einheimische zu ersetzen. So wollte sie einen echten brasilianischen Kuchen schaffen, der die Zuckerrohraristokratie beeindruckte.
Eine andere Version besagt, dass der Kuchen in der Zuckermühle Moreno im Bundesstaat Pernambuco entstanden ist. Antônio de Souza Leão, Besitzer dieser Mühle, gehörte zur traditionellen Familie Sousa Leão aus Pernambuco. Er servierte den Kuchen 1859 Kaiser Dom Pedro II. Dies geschah anlässlich der Verleihung des Titels zum Baron von Moreno.
Der Kuchen Souza Leão wurde so wichtig für die Küche Pernambucos, dass er per Gesetz als immaterielles Kulturerbe anerkannt und registriert wurde.
Der König? Ich würde sagen, er ist der Kaiser der Kuchen, weil er dem Kaiser Dom Pedro II serviert wurde und Brasilien nie einen König hatte. So wurde er zum Kuchen der Oligarchen und des Adels.
Erst viel später wurde er auch zum Kuchen der Sklaven und des Volkes, sagt Paulo Maranhão vom Archäologischen Institut Pernambuco.
Ein brasilianischer Kuchen mit 200-jähriger Geschichte. Ein Rezept, das die Zeit dank verfügbarer Zutaten und Anpassungen überlebt hat und begeistert. Die Anpassungen waren notwendig, da das
ursprüngliche Rezept sehr kalorienreich war. Es enthielt 24 Eigelb und viel Butter, was es für jede Diät schwierig machte.
Fernando Monteiro Dias, ein Meister der Konditoreikunst, modernisierte das Rezept und machte Souza Leão zum köstlichsten und beliebtesten Kuchen Recifes in unserer Zeit.
"Ich habe Butter und Zucker etwas reduziert, damit es unserem heutigen Geschmack entspricht", erklärt Fernando Monteiro Dias. In der Zeit der Zuckerrohraristokratie waren Kalorien willkommen.
Zusätzliche Pfunde galten als Zeichen des Reichtums. "Sie waren wirklich süß", lacht Fernando.
Der Kuchen ist arbeitsaufwendig. Eine Mischung aus Maniokmasse, Zuckersirup mit Butter, Kokosmilch und Eigelb. Die Flüssigkeit wird im Ofen gebacken, bis sie zu einer cremigen puddinghaften Masse wird.
Der Juni bringt die "Festas Juninas". Es ist das größte Volksfest im Nordosten Brasiliens und oft größer als der Karneval. Mehr als 3 Millionen Menschen besuchen die Region. In Caruaru und Campina Grande dauert das Fest 30 Tage. Es gibt Tanzwettbewerbe, Lagerfeuer und Forro-Musik. Etwas vom wichtigsten am São João ist das reichlich angebotene gute Essen.
Das farbenfrohe Fest zu Ehren von Santo Antônio, São Pedro und São João wird von den Rhythmen des Forró begleitet. Das Fest ist bekannt für die Vielzahl an typischen Köstlichkeiten. Der Kuchen Souza Leão steht dabei im Mittelpunkt und gilt als unangefochtener König des Festes. Besucher genießen ihn in großen Mengen. Das Rezept zieht mit den Touristen weiter und verbreitet sich so über die ganze Welt.